Testbericht: Garmin Forerunner 610

Ich hatte in den letzten beiden Monaten die Möglichkeit den Garmin Forerunner (FR) 610 zu testen. Der FR 610 ist ein Designstück, das sehr viel Innovation in sich trägt. Garmin setzte mit der Touchscreenbedienung neue Maßstäbe in der Sportuhrenbranche.

fr610

Schon nach dem Auspacken der Uhr war klar: der FR 610 ist ein schnuckeliges Designerstück, das sich hervorragend um das Handgelenk schmiegt. Im Vergleich zum Forerunner 910, den ich zur Zeit in Verwendung habe, ist der FR 610 ein äußerst zartes Wesen.

Die technischen Daten des FR 610:

  • B x H x T: 4,57 x 6,35 x 1,42 cm
  • Anzeigegröße: 2,54 cm
  • Bildauflösung: 128 x 128 Bildpunkte
  • Gewicht: 72g
  • Akkuleistung: 8h

Die folgenden Funktionen sind laut Garmin beim FR 610 verfügbar:

Herzfrequenzmessgerät: ja (einige Versionen)
Geschwindigkeits-/Trittfrequenzsensor: ja (optional)
Laufsensor: ja (optional)
Automatische Synchronisierung (Automatische Übertragung von Trainingseinheiten auf den Computer): ja
Mit Garmin Connect™ kompatibel (Online-Community zur Analyse, Klassifizierung und zum Austausch von Daten): ja
Virtual Partner® (Trainieren gegen eine virtuelle Person): ja
Virtual Racer™ (trete gegen andere Aktivitäten an): nein
Streckenfunktion (Sie können sich an Ihren früheren Trainingsleistungen messen): nein
Auto Pause® (Stoppuhr wird angehalten bis die voreingestellte Geschwindigkeit wieder erreicht wird): ja
Auto-Lap® (Automatischer Start einer neuen Runde): ja
Auto Scroll (Automatisches Anzeigen von Datenseiten während des Trainings): ja
Multi-Sport (Durch das Drücken einer Taste wechseln Sie die Sportart): nein
Erweitertes Training (Erstellen Sie eigene, zielorientierte Trainingseinheiten): ja
Pace-Alarm (Wenn Sie vom eingestellten Pace abweichen, wird ein Alarm ausgelöst): ja
Zeit- oder Distanz-Alarm (Wenn Sie einen voreingestellten Wert erreichen, ertönt ein Alarm): ja
Vibrationsalarm: ja
Intervalltraining (Stellen Sie Trainings- und Pausenintervalle ein): ja
Herzfrequenzbasierte Kalorienberechnung: ja
Schwimm-Werte (Schwimmstil, Armzüge und mehr): nein
Training Effect (Auswirkung einer Aktivität auf die aerobe Fitness): ja
Anpassbare Bildschirme: ja
Barometrischer Höhenmesser: nein
Übertragung von Gerät zu Gerät (Daten werden drahtlos mit ähnlichen Geräten ausgetauscht): nein
Mit Leistungsmessgeräten kompatibel (Anzeige von Leistungsdaten von kompatiblen ANT™ + Sport-Leistungsmessgeräten dritter Anbieter): nein
Temperatur (zeigt die Temperatur an und zeichnet sie auf): nein
stoßfest: ja
Sportuhr: ja

Der FR 610 im Härtetest

Zum Testen ging ich mit beiden FR Modellen am Arm laufen. Bei den ersten Tests zeigte der FR 610 eine wesentlich geringere Kilometeranzahl als der FR 910xt. Eine veraltete Firmware war der Grund für die große Abweichung. Nach dem Update waren die Unterschiede in einem überschaubaren Rahmen:

Die Ergebnisse im Detail:

FR610 FR910xt GPSies.com
10,08 10,16 10,21
24,24 24,71 24,63
8,02 8,04 8,2
12,01 12,02 11,99
11,96 11,94 11,96
12,16 12,12 12,28
10,01 10,15 10,14
10,09 10,14 10,09
11,30 11,38 11,35

Die Unterschiede zu GPSies.com sind für mich leicht erklärbar. Ich laufe ausschließlich in dicht besiedelten Gebieten und bei beiden FR Modellen wurde die Datenaufzeichnung „Intelligente Aufzeichnung“ gewählt. Trotzdem kann die GPS-Vermessung bei beiden Geräten als genau bezeichnet werden.

Der FR 610 punktet durch einen raschen GPS-Empfang auch im dicht besiedelten Gebiet. Dies trifft vor allem zu, wenn sich der FR 610 im Energiesparmodus befindet. Da hatte der FR 910xt keine Chance.

Die restlichen Werte wie Herzfrequenz, Kalorien etc. waren mit den Werten vom FR 910xt identisch. Bei der Angabe der Höhenmeter punktet der FR 910xt natürlich mit seinem barometrischen Höhenmesser.

Touchscreen

Der Touchscreen reagiert wirklich hervorragend. Das hat mich persönlich sehr überrascht. Auch mit Handschuhen ist ein Wechsel der Datenfelder problemlos möglich. Dafür kämpfte ich im Ruhestatus mit dem Touchscreen. Kleinheit hat natürlich auch seine Pitfalls. Bei der Konfiguration der Datenfelder ist ein ständiges Scrollen unerlässlich. Vor allem am Beginn war die Auswahl des gewünschten Feldes oft eine Glückssache. Das mag aber auch an meiner Fingerfertigkeit liegen :-). Die Menüführung ist kompakt und übersichtlich und für Garmin User bekanntes Terrain. Auch an die reduzierte Anzahl an Knöpfen am Gerät (Power/Light, Start/Stop, Lap/Reset) habe ich mich rasch gewöhnt.

Die Übertragung der Läufe zu Garmin Connect erfolgt drahtlos über einen USB Stick mit ANT+ Technologie. Für alle Technikfreaks sei noch erwähnt, dass es mit nur einem USB Stick möglich ist, sowohl die Daten des FR 910xt als auch die Daten des FR 610 zu übertragen. Einfach bei der Garmin ANT Agent Software bei „Mit neuen Gerät verbinden“ – „Aktiviert“ auswählen. Beim neuen Gerät muss bei der Erstanlage noch ausgewählt werden, zu welchem Garmin Account die Daten gesendet werden sollen.

Der Vergleich des FR 610 zu meinem derzeitigen Modell sieht aus meiner Sicht wie folgt aus:

Vorteile 610 gegenüber 910xt
  • Rasche Verbindung zum Satelliten
  • Design
  • kompakte Sportuhr
  • Touchscreen
  • Verwendbar als Uhr für den Alltag
Vorteile 910xt gegenüber 610
  • Höhere Akkudauer
  • Multifunktionsuhr (Laufen, Schwimmen, Radfahren)
  • Größeres Display
  • Höhere Bildauflösung
  • Größere Anzahl an Daten bei den Datenblätter verfügbar
  • Barometrischer Höhenmesser
  • Einfachere Navigation durch größeres Display

Ich habe den FR610 wirklich sehr intensiv getestet und daher die folgenden Verbesserungsvorschläge (auch dank Mitarbeit der Kollegen vom #twitterlauftreff) identifiziert:

  • Anzeige Akkustand beim Abschalten
  • Manueller Energiesparmodus
  • Vibration bei Anfang und Ende von Intervallen
  • Strecken von Garmin Connect laden
  • Armband drückt am Unterarm bei längerer Tragedauer
  • Möglichkeit Datenseiten in beiden Seiten aufzurufen
  • Energiesparmodus und Verlust GPS nach kurzer Pause beim Laufen- GPS muss neu gesucht werden

Fazit:

Der Garmin FR 610 ist eine tolle Laufuhr. Sie eignet sich primär für Läufer und punktet durch einen raschen GPS Empfang, dem Design und dem Touchscreen. So lässt sich die Uhr auch im Alltag einsetzen. Ich kann diese Uhr mit guten Gewissen an die Laufcommunity weiterempfehlen.

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4 Gedanken zu “Testbericht: Garmin Forerunner 610

  1. Hallo,
    ich habe die 610 schon 1,5 Jahre und bin als Ultraläufer sehr begeistert.
    Die Akkulaufzeit rüste ich mit den Just-Mobile-PowerPack auf. Kostet 29,99 € im Amazon und ist nicht größer als eine Streichholzschachtel. Damit habe ich damm auch schon Läufe von 16 – 24 Std. aufgezeichnet. Die GPS Aufzeichnung läuft auch beim aktiven Aufladen weiter.
    Das kann z.B. der 910xt nicht. Wenn ich dort beim Laufen auflade unterbricht der 910xt die laufende Aufzeichnung.
    Beim Aufladen mit Just-Mobile-PowerPack sehe ich dann auch die restliche Akkulaufzeit in %.
    Manueller Sparmodus geht auch, mußt nur sofort den GPS Empfang unterbinden und die Uhr geht in den normalen Betriebsmodus über.
    Das Armband hat bei mir noch nicht gedrückt ist aber an einer Seite nach 6 Monaten ziemlich ausgeleiert. Habe mir dann ein anderes Armband besorgt das mir besser Gefällt und es ausgetauscht. Auch ohne Schwierigkeiten möglich.

    Einziges Manko ist der USB Stick mit ANT+ Technologie. Die Übertragung ist nicht immer flüssig und teilweise findet er keine Geräte über den ANT+ USB Stick. Das kann ziemlich nerven. 😦

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