Ruptur

Mit zittrigen Händen suchte ich die Wikipedia Seite. Der MRT Befund war gerade in meiner Mailbox eingetroffen. Ich suchte nun die genaue Bedeutung des Worts „Ruptur“.  Bitte lass es „Einriss“ bedeuten. Sekunden später trat die Ernüchterung ein: Zerreißung bzw. Riss – des vorderen Kreuzbands und des Meniskus um genau zu sein. Worst Case. Damit war klar, dass mein Traum vom Boston Marathon 2018 eine Ruptur erfahren hat. Traurigkeit machte sich breit. Ich war tapfer und weinte nicht. Viel Energie,  Fleiß und Training sind in diesen Traum investiert worden. Die Ernte werde ich in diesem Jahr nicht einfahren.

Komischerweise war ich nach diesem Moment der Trauer relativ rasch wieder fokussiert. Ja, ich hatte eine schwere Verletzung. Ja, der Zeitpunkt ist extrem blöd (gibt es einen Richtigen?). Ja, mein Traum ist geplatzt. Aber es gibt Menschen, die erwischt es viel Schlimmer mit viel härteren Schicksalsschlägen.  Ich kämpfe nicht mit dem Leben, sondern muss eine Pause von 4-9 Monaten in Kauf nehmen. Das ist zwar ein langer Zeitraum, aber bei einer Lebenserwartung von rund 87 Jahren eine lächerlich kurze Zeitperiode.

Ich habe nach dem MRT relativ rasch Spezialisten aufgesucht und vor einer Woche wurde ich dann operiert. Der gesamte Fokus gilt nun einer raschen Genesung.  Maria wird mich auf diesem Weg als Physiotherapeutin begleiten.

Meine Trainingseinheiten sehen nun etwas anders aus. Aktuell bin ich damit beschäftigt wieder eine ordentliche Streckung und Beugung in das Knie zu bekommen. Das Ziel lautet 120 Grad. Dann darf ich auf das Rad und endlich wieder Sport machen.

Mein Blog wird daher in den nächsten Monaten vom Laufblog zum Rehablog werden. Ich habe mich entschlossen meinen Weg mich Euch zu teilen und nicht unterzutauchen. Einerseits will ich Euch Mut geben, wenn ihr in einer ähnlichen Situation seid, andererseits ist es mir ein Anliegen bestimmte Probleme in das richtige Licht zu rücken. Wir Läufer jammern ja sehr gerne – über Schnupfen, Husten, Schuheinlagen, schlechtes Wetter, schlechte Trainingseinheiten, VDOT-Werte, zu hohe Sprengung beim Schuh, zu hohe Herzfrequenzen, schlechte Laktatwerte und so weiter. Ich erlebe gerade, was es bedeutet nicht mobil zu sein. Ich wünsche mir gerade nur wieder von A nach B selbstständig (ohne Krücken) gehen zu können.  Vielleicht sind die oben angeführten Probleme dann doch nicht so groß, wenn man sie in einem anderen Kontext betrachtet.

Ich werde Euch daher in den nächsten Wochen berichten, wie mein Weg zum #Comeback verläuft!

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18 Gedanken zu “Ruptur

  1. Hi Peter,

    gute Besserung und schnelle aber v. a. vollständige Genesung. Läufe finden jedes Jahr statt. Deshalb Kopf hoch. Das wird schon wieder. #comebackstronger

    Mit laufenden Grüßen Wiesel

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  2. Alles Gute bei deiner Reha. Und lass dir Zeit mit der ganzen Geschichte. Es bringt nichts es zu überstürzten, das bezahlt man hinterher doppelt und dreifach. Gib deinem Körper die Zeit die er braucht.

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