Mein Laufjahr 2015

Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu. Somit bietet sich natürlich ein Rückblick auf das heurige Laufjahr an.

2015 war ein besonderes Jahr. 2014 jagte noch ein Highlight (#videnbratislava, Oberelbe Marathon, Comrades Marathon, Berlin Marathon) das andere. In diesem Jahr war das Frühjahr voll auf das Projekt #bph bzw. den Hamburg Marathon fixiert.

Weiterlesen

Advertisements

Hamburg Marathon 2015

Mein zweiter Antritt beim Hamburg Marathon sollte das Projekt #bph zu einem erfolgreichen Ende bringen. Nach einem tollen Pasta Essen mit dem #Twitterlauftreff

2015-04-25 18.17.29 2015-04-25 19.43.48

läutete pünktlich um 06:30 Uhr der Wecker. Nach einem kurzen Frühstück ging es zum Start. Die Abgabe des Kleiderbeutels erfolgte in den Messehallen. Schulkinder betreuten die Abgaben und hatten extra Glücksbringer bei ihren Stationen angebracht. Ich bekam auch noch ein nettes „Viel Glück“ bei der Abgabe. Ich nutze das Gelände auch gleich, um mich ein wenig einzulaufen.

Um 08:30 Uhr ging es dann in Richtung Startblock. Der Einlass wurde konsequent kontrolliert (Daumen hoch). Die letzten 20 Minuten bis zum Start kamen mir wie eine Ewigkeit vor. Ich nutze die Zeit, um noch ein halbes Kohlenhydratgel und einen Sportdrink einzunehmen.

Um Punkt 9 Uhr erfolgte der Startschuss. Erst nach dem Rennen habe ich gehört, dass es sogar einen Fehlstart gab. An ein richtiges Laufen war vorerst jedoch nicht zu denken, da der Startbereich leider sehr eng war. Nach rund 700m zeigte meine Garmin eine Pace von 05:20. Ich versuchte ruhig zu bleiben und ein paar Überholungen vorzunehmen. Rund einen Kilometer später konnte ich dann aber gut laufen. Ich war überrascht, dass ich bereits ab km 2,5 genau auf der blauen Linie laufen konnte. Das Feld hatte sich gelichtet und die Laufstrecke war frei. Ich versuchte mich durch die gute Stimmung nicht anstecken zu lassen und konsequent meine Zielpace von 4:32 pro Kilometer zu laufen. Das war gar nicht so leicht. Die Strecke ist am Beginn abschüssig und so versuchte ich bei diesen Abschnitten Tempo herauszunehmen. Die ersten 5 Kilometer absolvierte ich in 22:42 und war mit einer Pace von 4:33 im Soll.

Die Strecke führte durch Altona und über die Elbchaussee in Richtung Landungsbrücken. Ich hatte die blaue Linie klar vor mir. Die Kollegen vor mir tauschten sich gerade über die Form oder Nichtform des BVB aus. Der Regen wurde etwas stärker, aber das störte mich nicht. Kurz nach Kilometer 6 nahm ich einen Schluck von meinem mitgebrachten Iso. Die nächsten 5 Kilometer lief ich in 22:31 (4:31 Pace). Somit war ich nur marginal schneller als meine Zielpace von 4:32.

Ich versuchte aus dem Waterloo von Berlin zu lernen und nicht zu schnell zu beginnen. Kurz nach Kilometer 10 ging es dann relativ stark abschüssig in Richtung Landungsbrücken. Zusätzlich sorgte die sensationelle Stimmung für starken Vorwärtsdrang.

280646_194588816_XLarge Ich schaffte es, mich davon nicht zu stark beeindrucken zu lassen. Bei Kilometer 12,5 verzehrte ich mein erstes Ultra Sports Gel. Beim Berlin Marathon nahm ich erst bei Kilometer 20 das erste Gel. Der frühzeitige Beginn der Kohlenhydratzufuhr hat sich definitiv positiv ausgewirkt. Ich fühlte mich trotz Schmuddelwetter sehr gut. Die Strecke führte in die Hafencity und bald waren 15 Kilometer geschafft. Ich lief eine konstante 4:30 Pace in diesem Segment (Splitzeit 22:26).

Natürlich war das Berlin Waterloo bei mir präsent, aber ich versuchte mich nur auf die nächsten 5 Kilometer  zu fokussieren. Zusätzlich lenkte mich meine Trinkstrategie auch gut ab 🙂 Bei Kilometer 17,5 verzehrte ich das zweite Gel. Alle 5 Kilometer  trank ich das Wettkampf Iso von Sponsor. Die Strecke führte jetzt über die Binnenalster zur Außenalster. Bei Kilometer 18,5 traf ich dann meine Frau, die mich kräftig anfeuerte. Ich fühlte mich gut und hoffte, dass dieses gute Gefühl auch noch in 10 Kilometer vorhanden ist. Das richtige Marathonrennen beginnt natürlich erst viel später. Ich hatte schon viele Marathons mit einer guten ersten Hälfte absolviert. Auch in Berlin war die Welt nach 21,1km noch in Ordnung. Den nächsten Split lief ich in 22:31 und war damit eine Spur schneller als geplant.

Die Rennuhr zeigte eine 1:35:07 zur Halbmarathondistanz (Berlin: 1:34:48). Bei Kilometer 22,5 gab es das nächste Gel, und ich freute mich Matthias und Catrin bei Kilometer 24 zu sehen.

CDgW2z2WEAE5h7_Die Strecke zeigte jetzt eine leichte Aufwärtsneigung und führte am Stadtpark entlang. Erstmals vielen mir die Schritte etwas schwerer. Kündigt sich hier ein Einbruch an? Ich war so fokussiert in meinen Körper hinein zu hören, dass ich Catrin und Matthias am Straßenrand fast komplett übersah. Ein kurzer Plausch lenke mich ab und bald sah ich das 25km Schild.

Ich hatte aber keine Zeit auf meine Splitzeit von 22:40 zu achten. Erstmalig setzte ich bei einem Marathon auf Eigenverpflegung. Meine Flasche war durch einen Luftballon mit einem Smiley gekennzeichnet.

2015-04-25 15.10.02Und meine Flasche war bereits von Weiten zu sehen 🙂 Der Holzstiel wurde abgeknickt und der Luftballon an einem freiwilligen Helfer übergeben. Ich nahm einen kräftigen Schluck aus der Flasche und das angehängte Kohlenhydratgel wurde dann bei Kilometer 27,5 zugeführt. Noch immer fühlte ich mich recht gut, obwohl mir die Gels mittlerweile nicht mehr schmeckten.

280646_194245366_XLarge

Ich näherte mich nicht nur Ohlsdorf, sondern auch meiner Frau, die kurz nach Kilometer 30 auf mich wartete. Es lief zwar gut, aber meine 5 Kilometer Splitzeit in 22:18 (4:28 Pace) überraschte mich. Die Anfeuerungen meiner Frau motivierten mich zusätzlich. Ich merkte, dass ich immer mehr Läufer überholte. Der Mann mit dem Hammer war scheinbar vor mir tätig. Bei Kilometer 32,5 verzehrte ich ein weiteres Gel. Ich überholte immer mehr Marathonis. So langsam wurde mir klar, dass heute mein Tag sein könnte. Ich fühlte mich großartig und der Laufschritt ging immer noch locker von der Hand. So macht Marathon Laufen Spaß. Dem Maienweg entlang führte die Strecke in Richtung Eppendorfer Baum. Mein gutes Gefühl bestätigte sich auch im 5km Split von 22:12. Ich war schnell. Es war auch mein Rennen. Ich wagte aber noch immer keine Rechnung, wie viel Vorsprung ich auf die 3:15 Zielzeit hatte.

280646_194224120_XLargeNur noch 5 Kilometer bis zur 40 Kilometermarke. Und ab Kilometer 40 sind es nur mehr rund 10 Minuten ins Ziel. Von einem Einbruch war weiterhin keine Spur. Ich überholte ständig Läufer und bei Kilometer 37,5 wurde dann das letzte Gel verzerrt. Und bald darauf war auch schon das 40 Kilometer Schild zu sehen. Mit 22:22 war ich immer noch sensationell unterwegs. Ich blicke das erste Mal auf die Zeitanzeige meiner Garmin. Sie zeigte 2 Stunden 59 Minuten.

#Bph war mir nicht mehr zu nehmen. Doch plötzlich lebte die Chance auf ein Finish von #sub310. Das motivierte mich und erhöhte auch nochmals den Druck. Die Leichtigkeit war jetzt nicht mehr spürbar. Meine Atmung wurde intensiver und meine Beinen wurden schwerer. Aber ich wollte unbedingt die 3 Stunden 10 Minuten Grenze knacken. Ich lief mittlerweile wie im Trance und so langsam sehnte ich mich nach dem Ziel.

280646_194457534_XLargeZusätzlich gab es kurz vor der Zielgerade noch eine leicht ansteigende Straße zu bewältigen. Das forderte nochmals richtig. Der Saft war so langsam verbraucht…aber Gott sei Dank war ich schon am roten Teppich unterwegs. Mit ausgestreckten Armen durchlief ich das Ziel.

280646_193193272_XLarge

280646_194569022_XLarge

Das Projekt #bph wurde abgeschlossen und auch die Sub310 mit 3:09:13 noch erreicht. Es war ein perfekter Marathon. Und das machte mich zufrieden und stolz. Das hatte nichts mehr mit #bph zu tun.

Fazit:

Atmosphäre beim Marathon: Die Atmosphäre beim Hamburg Marathon ist sehr gut. Rund 800.000 Zuschauer unterstützen die Läufer trotz schlechtem Wetter. Vor allem die Hotspots sind besonders gut besucht und heizen die Stimmung an.

(4 von 5 Sternen)

Strecke: Die Strecke ist einfach wunderbar. Tolle Ausblicke auf den Hafen und auf Außen- und Binnenalster. Die Strecke wirkt sehr grün. Es gibt keinen Bereich, der doppelt zu laufen ist. Im zweiten Streckenabschnitt sind auch ein paar kleine Anstiege zu bewältigen. Trotzdem ist der Hamburg Marathon flach und tauglich für Bestzeiten. Ich genoss vor allem die Möglichkeit ab Kilometer 2,5 auf der blauen Linien zu laufen. Bei welchem Marathon kann man das schon als Hobbyläufer.

(5 von 5 Sternen)

Organisation: Die Organisation ist absolut top. Besonders gut hat mir gefallen, dass Start- und Zielbereich direkt in der Nähe waren und der Zugang zum Startbereichen streng kontrolliert wurde. Positiv habe ich auch empfunden, dass die Übergaben beim Staffelmarathon abgesondert von den Hauptläufern durchgeführt wurden. Somit wurden die Marathonis von der Hektik bei der Staffelübergabe verschont. Zusätzlich gibt es positiv zu erwähnen, dass die Finisher Verpflegung wirklich toll ist. Da könnten sich die großen Marathons wirklich ein Beispiel nehmen.

(5 von 5 Sternen)

Umfeld: Der Marathon ist ein Thema in der Stadt. Im Vergleich zu 2012 habe ich wahrgenommen, dass der Marathon in der Stadt an Bedeutung gewonnen hat.

(4 von 5 Sternen)

Bratislava Halbmarathon

Die Vorbereitung für den Hamburg Marathon 2015 geht in die entscheidene Phase. Aus diesem Grund stand vor kurzem der Halbmarathon Test am Programm.

In dieser Marathonvorbereitung habe ich an einem Wettkampf teilgenommen. Die letzten Male bin ich den Halbmarathontest oft alleine im Training gelaufen.  Hier siegt jedoch oft der innere Schweinehund und ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich nicht immer das Letzte aus mir selbst heraushole. Die Motivation ist bei einem echten Wettkampf natürlich viel größer.

Die Wahl des Ortes fiel schnell auf Bratislava, weil es terminlich perfekt war und die Anreise auch sehr überschaubar ist. Zusätzlich verbindet mich läuferisch ein tolles Erlebnis (Projekt #videnbratislava) mit der slowakischen Hauptstadt.

Weiterlesen

Auf ein Neues!

Es geht wieder los. Täglich grüßt das Murmeltier oder ganz einfach: Auf ein Neues. Das Ziel oder Projekt lautet noch immer #bph. Es ist hinlänglich bekannt, dass das Ziel beim Berlin Marathon nicht erreicht wurde. Und daher gibt es jetzt einen neuen Anlauf. Beim Hamburg Marathon soll der Rekord meines Vaters 3:15:00 nun endlich fallen.

Weiterlesen

Laufpläne 2015

Im letzten Jahr wusste ich schon ganz genau, welche Rennen ich absolvieren werde. In 2015 ist das anders. Ich habe nur einen Pfeiler eingeschlagen: Die Anmeldung für den Hamburg Marathon erfolgte Mitte Dezember.

Ziel

Ich habe gute Erinnerungen an Hamburg, und ich baue auf das tolle Hamburger Publikum, um mein großes Ziel #bph zu erreichen. Das Frühjahr wird somit komplett darauf ausgerichtet sein.

Weiterlesen