Hamburg, meine Perle

Die Hansestadt ist bekanntlich immer eine Reise wert. Das trifft auch für Marathonläufer zu. Der Haspa Marathon punktet bei mir durch eine spannende Strecke, gute Organisation, tolles Publikum und durch #runtheblueline. Bei keinem anderen großen Marathon schafft man es bei meinem Niveau so nahe an der blauen Linie zu laufen. Daher war die Wahl des Orts für meinen Comeback Marathon rasch klar.

Im September 2017 bin ich meinen letzten Marathon als 3:20 Pace Maker für die Adidas Runners in Berlin gelaufen. Mein letztes Rennen mit persönlichen Zielen lag bereits 2 Jahre zurück.

Und täglich grüßt das Murmeltier. Ich will wieder nach Bosten und benötigte daher beim Comeback eine Zielzeit von 3:08. Trotz guter Vorbereitung waren Zweifel meine ständigen Begleiter. Wie wird der Wiedereinstieg sein? Wird auch der Mann mit dem Hammer ab Kilometer 30 ein Comeback feiern? Vor meiner Verletzung hatte ich einige negative Splits und fast perfekte Rennen. Kann der Körper das wieder abrufen?

Die Wettervorhersage für den Renntag lag wieder einmal komplett daneben. Echtes norddeutsches Schitwetter begrüßte mich am frühen Morgen. Es kribbelte ordentlich trotz meiner Erfahrung. Zu meinem Glück hatte ich Unterstützung vom #teamultrakitty. Gunter hat zugesagt mich in meinem #sub308 Versuch zu unterstützen.

Pünktlich um 09:30 startete das Projekt #comebackmarathon. Die ersten beiden Kilometer mussten wir uns durch langsamere Läufer durchschlagen. Dann rollte es aber bereits in der angepeilten Marathon Pace von 4:22. Im Gegensatz zu mir kann Gunter in dieser Pace immer noch gut reden und mit dem Publikum spielen. Aus diesem Grund waren die ersten 10 Kilometer sehr kurzweilig.

Auf dem Weg zu den Landungsbrücken wurden wir durch die leichten bergab Passagen schneller. Ich hatte etwas Sorge, dass wir zu schnell sind. Sollte ich das am Ende dann bereuen?

Der Regen wurde wieder stärker. Es war unmöglich die Schuhe und Füße trocken zu halten. Trotzdem war von Kälte keine Spur. Dafür zickte die Innenseite meines Oberschenkels seit Kilometer 2. Aber es wurde zumindest nicht schlimmer. Die Zeiten bis Kilometer 15 waren genau auf Plan und im Rahmen des Korridors von 4:20 – 4:25, den wir laufen wollten. Bei Kilometer 12 und 17 gab es das erste Gel als Wegzerrung. Die Kohlenhydrat Zufuhr zeigte Wirkung. Auf den nächsten 5 Kilometer hatten wir plötzlich eine 4:17 Pace.

Und das sollte sich auch nicht ändern. Ich fühlte mich gut und Gunter blieb am Gaspedal. Wir spulten die 5 Kilometer Splits wie ein Uhrwerk ab. Der Energielevel war dank guter Verpflegung (alle 5km Gel + Getränk) immer noch hoch. Keine Spur von Müdigkeit oder Einbruch. Ab Kilometer 30 waren wir im Attacking Mode und haben Läufer um Läufer überholt. Priceless. Bei Kilometer 35 wurden die Beine schon schwerer, aber es lief noch prächtig. Der Mann mit dem Hammer wird heute sicher nicht vorstellig bei uns. Bei Kilometer 38 war dann aber klar, dass die Energie langsam zu Ende geht. Nach einem 5 Viertelmarathon in Linz vor zwei Wochen (zuerst 1/4 Marathon und dann noch ein voller Marathon in 3:27) war Gunter recht leicht von der Temporeduktion zu überzeugen 🙂 Bei Kilometer 40 gab es noch ein Iso kurz vor dem Ziel. Am roten Teppich starteten wir dann noch einen ordentlichen Zielsprint. Wir wollten ja würdig ins Ziel kommen 🙂

3:02:25. Boston, here we go again!

Meine zweitbeste Marathonzeit. Geiler Scheiß!

An dieser Stelle möchte ich mich sehr herzlich bei Gunter für die tolle Lauffreundschaft und die Begleitung bedanken. Zusätzlich gebührt meiner Frau großen Dank, die bei sehr kalten Temperaturen und Regen uns bei 3 Stellen angefeuert hat und eine große Unterstützung am Renntag und in der Vorbereitung war.


2019: Mein Traum soll wieder leben

Das Laufjahr 2019 soll besser werden. Es geht darum wieder in die Spur zu finden. Das Projekt #comebackstronger soll erfolgreich zu Ende geführt werden.

Mein Neujahresvorsatz lautet die Lehren aus dem Seuchenjahr 2018 umzusetzen. Ich will mein Training regelmässig mit Kraft-/Stabitraining (1-3x pro Woche) und Lauftechnik (1-2x pro Woche) ergänzen. Der Trainingsdruck soll durch mehr Flexibilität reduziert werden. Trainingseinheiten sollen nicht nur am frühen Morgen sondern auch am Abend abgehalten werden. Dadurch soll der Körper mehr Schlaf bekommen und damit leistungsfähig bleiben. Der Trainingsplan wird sich unter Berücksichtigung der beruflichen Situation flexibler in den Wochenplan integrieren. Er ist weiterhin Programm, aber die Abfolge innerhalb der Woche soll flexibler werden.

Ab Februar beginnt dann die offizielle Vorbereitung für den Hamburg Marathon 2019. Mein absoluter Lieblingsmarathon soll mir auch in diesem Jahr Glück bringen. Denn es geht um nichts Anderes als – ihr habt es erraten – die Boston Qualifikation für 2020. Ich habe den Ansporn mir das zu holen, was ich mir im letztzen Jahr selbst verbockt habe. Eine Zielzeit um 3:08 wird notwendig sein, um nochmals meinen Traum zu leben.

Der Rest des Jahres ist noch komplett unverplant. Die Gesundheit meines Knies steht im Vordergrund. Daher werde ich erst nach dem Hamburg Marathon entscheiden, ob ich noch einen zweiten Saisonhöhepunkt setzen werde.

Lust und Freude steht 2019 im Vordergrund. Spontanität wird daher einen großen Anteil an meiner zukünftigen Laufplanung haben.

Ich bin schon sehr gespannt und voller Tatendrang. Nach dem letzten Jahr sollte es heuer wieder bergauf gehen.