London Marathon


Um 07:15 Uhr startete das Abenteuer London Marathon.

virgin-london-marathon-route_3Wir reisten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Start an und verzichteten auf den organisierten Bus-Transport des Reiseveranstalters. Somit konnten wir rund 1 Stunde länger schlafen. In der U-Bahn Station London Bridge war dann die volle Marathonstimmung spürbar. Tausende Läufer, viele davon in tollen Kostümen, bewegten sich in Richtung Start. Von London Bridge fuhren dann die Southeastern Trains zu den verschiedenen Startpunkten. Wir mussten zum blauen Start nach Blackheath. Glücklicherweise war bereits im ersten Zug noch Platz für uns, und so erreichten wir bereits 10 Minuten später Blackheath. Eine Horde von Läufern wanderte durch das süße kleine Dorf zum Startgelände. Eine kleine gotische Kirche, strahlender blauer Himmel und eine große grüne Wiese trugen zu dieser imposanten Stimmung am Start bei.

blackheathDas war sicher der schönste Marathonstartpunkt, den ich bis jetzt erlebt habe. Des weiteren überzeugte das Startgelände durch perfekte Organisation (ausreichende WC Anlagen, geringe Wartezeiten für deren Benützung, gratis Wasser, Iso und ausreichend Platz im Startblock)

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Als wir dann Richtung Start marschierten, wurde es aber trotzdem eng. Das Rennen begann mit einer Schweigeminute für die Opfer des Boston Marathons.

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Zuvor erfolgte noch die Vorstellung der Topathleten. Der diesjährige London Marathon war der best besetzte Marathon aller Zeiten mit den Teilnehmern Kipsang, Makau, Mutai, Kebede und Kiprotich. Und dann ging es auch schon los. Ich war etwas verwirrt. Ich hatte mir zumindest noch ein „God save the Queen“ erwartet.

Leider waren die Straßen am Beginn nicht so breit wie das Startgelände. Zusätzlich hatten sich viele Läufer wieder einmal in einem viel zu schnellen Startblock eingereiht. An ein durchkommen war in den ersten 3 Kilometer nicht zu denken. Eine Pace von 5:20 nach 2 Kilometer sorgte für ein Kopfschütteln. Ich war ja Pacemaker für meinen besten Lauffreund, der unter 3:30 finishen wollte. Ärger machte sich breit. Gott sei Dank verflog dieses negative Gefühl relativ bald. Nach rund drei Kilometer wurde es besser. Wir schoben zwei schnelle Kilometer ein, sodass wir nach 5 km mit einer 4:46 Pace unterwegs waren. Wir waren back on track. Der Zuschauerstrom am Beginn der Strecke war sehr überschaubar. Doch nun wurde es immer besser.

img_729755_1006_0044Bands spielten an der Strecke, aus den Pubs tönte laute Musik und die Menschen reihten sich immer dichter an den Straßenrand.

img_729816_1004_0007Zusätzlich lachte die Sonne von Himmel. Ich hatte meine innere Mitte wieder gefunden. Ich musste meinen Lauffreund bremsen, der noch mehr beschleunigen wollte. Wir waren aber mit einer Pace von 4:49 nach 10 km genau im Soll. Die nächsten 10 Kilometer vergingen wie im Flug. Die Zuschauer riefen die Namen der Athleten (Tipp: immer ein Laufshirt mit Vornamen tragen), wir klatschten mit den Kinder ab und laute Musik trieb uns voran. Kurz vor der Halbmarathondistanz folgte dann das nächste Highlight. Wir überquerten die Tower Bridge.

img_729755_1007_0013Tausende Zuschauer säumten die Straßen und übertrugen die Energie auf die Läufer. Wir hatten uns kaum von diesem Highlight erholt, da wartete schon der nächste große Moment auf uns. Kurz nach der Halbmarathonmarke sahen wir die komplette Marathonspitze mit Mutai, Kebebe, Kipsang, Kiprotich und Makau.

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Die Halbmarathonmarke absolvierten wir in einer 1:42:42. Wir hatten mehr als 2 Minuten Vorsprung auf unsere Zielzeit. Mein Lauffreund war von der Stimmung elektrisiert und versuchte zu beschleunigen.

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Ich versuchte seinen Elan zu bremsen. Kurz vor Kilometer 28 hatte ich dann persönlich ein kleines Tief. Mein Mund war voll mit dem süßen Geschmack der neuen Hydro Bars von Powerbar und ich hatte das Gefühl, dass ich mich gleich übergeben muss. Wasser bei der nächsten Trinkstation half mir über diese Periode hinweg. Nach 2 Kilometer drehte sich das Gefühl wieder. Die Gels zeigten Wirkung. Doch nun zeigte mir mein Lauffreund an, dass sich bei ihm ein leichter Krampf bemerkbar machte. Bei Kilometer 33 sorgte sein Krampf dann für ein kurzes Stoppen. Kurze Dehnung des Fußes und ein Schluck Peeroton und dann liefen wir weiter. Als Vorsichtsmaßnahme nahmen wir das Tempo nun raus. Die 35 Kilometermarke absolvierten wir in 2:51:58. Der Vorsprung schmolz, aber an ein Beschleunigen war jetzt nicht mehr zu denken. Immer wieder schaute ich besorgt zu meinem lieben Laufkollegen, der mit einem schmerzverzerrten Blick unterwegs war. Der Krampf konnte bald wieder zuschlagen.

729749_1097_0029Mein Blick auf die Uhr wurde immer besorgter. Schaffen wir die sub 3:30? Müssen wir nochmals stoppen? Durch diese Gedanken rückte die großartige Stimmung auf den letzten Kilometern etwas in den Hintergrund. Die Stimmung war schier unbeschreiblich und ist ein wahres Erlebnis. Die Strecke führt entlang der Themse durch einen Tunnel in Richtung Big Ben.

Von dort sind es nur mehr 1,5 Kilometer zum Ziel auf der Mall beim Buckingham Palace. Bei Kilometer 40 waren wir trotz Temporeduktion immer noch auf einem gutem Weg (3:17:45).

729820_1312_0049Doch kurz vor dem Ende kam der nächste Krampf bei meinem Lauffreund. Wir mussten nochmals kurz stehen bleiben. Die Sekunden schmolzen dahin. Doch es ging Gott sei Dank bald wieder voran. Als wir beim Buckingham Palace in Richtung The Mall einbogen, sprang meine Laufuhr von 3 Stunden 28 Minuten auf 3:29 Minuten.

729831_1298_0045 Es war höchste Zeit ins Ziel zu kommen. Ich munterte meinen Lauffreund auf und schrie ihn an alles zu geben. Und so sah dann der Zieleinlauf aus, bei dem wir unsere Trauer über die tragischen Ereignisse in Bosten auch noch zum Ausdruck brachten. #runwithheart #runforboston

729786_1109_0023Zeit 3:29:29.

Mission accomplished!

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Fazit:

Atmosphäre beim Marathon: Die Atmosphäre beim London Marathon ist unbeschreiblich. Die Anfeuerung und Unterstützung ist einzigartig. Stimmungstechnisch zählt dieser Marathon mit New York und Berlin zu den Besten. (5 von 5 Sternen)

Strecke: Die Strecke beginnt mit einer kleinen Bergab Passage. Es gibt viele enge Kurven und viele kurze, leichte Anstiege und Abstiege. Obwohl es ein Stadtkurs ist, gibt es sicher wesentlich schnellere Strecken in Europa. Dafür gibt es viele Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke zu sehen. (4,5 von 5 Sternen)

Organisation: Die Organisation ist absolut top. Die Startnummernausgabe erfolgte rasch, das Startgelände sucht seines gleichen und auch die Wartezeit für die WC Anlagen am Beginn hält sich sehr in Grenzen. (5 von 5 Sternen)

Umfeld: Auch in London darf man die Medaille ruhig länger als am Marathontag tragen. Anerkennung und Sympathie der Engländer sind einem gewiss. Im Vorfeld scheint die Stadt die Marathonis aber eher zu verschlucken. Große Marathonstimmung ist nur auf der Messe und am Marathontag spürbar. (4 von 5 Sternen)

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